Der Freundeskreis Literaturhaus Heidelberg e.V. lädt herzlich zu der Buchvorstellung
Juliette Pary: »An die Deutschen. Gedichte«
Vorstellung der deutschen Erstausgabe von Andreas F. Kelletat
am Donnerstag, den 19. März 2026 um 19.00 Uhr im Museum Haus Cajeth
Der Gedichtband »An die Deutschen« erschien 1946 in Paris, verfasst in deutscher Sprache von einer Dichterin, die keine Deutsche war. Doch diese großartigen Gedichte haben ihre Adressaten nie erreicht, sie fanden keinerlei Echo – keine Lyrikanthologie kennt sie, nicht einmal in Sammlungen zur Holocaust-Literatur kommen sie vor. Die Gedichte sind die Abrechnung einer selbstbewusst kämpferischen Jüdin mit den Verbrechen der deutschen »Mörder-Horden«.
Juliette Pary scheut keine Drastik, um ihre Verzweiflung und Wut und den Wunsch nach Rache in kühne Wortballungen zu zwingen. Zugleich hält sie fest an ihrer Liebe zur deutschen Sprache und Literatur – und kämpft mit nächtlichen Dämonen. Sie gedenkt der in Vernichtungslagern und im Widerstand Ermordeten und setzt ihnen ein Denkmal. Es sind erschütternde, aufrüttelnde und zugleich schmerzhaft wehmütige Gedichte, die nun erstmals in Deutschland vorliegen.
Juliette Pary ist das Pseudonym der Schriftstellerin Julia Gourfinkel, die 1903 in Odessa geboren wurde, seit 1925 in Paris lebte und französisch schrieb. Sie engagierte sich in Volksfront-Aktivitäten zugunsten der Jugend und veröffentlichte darüber zwei Romane. Außerdem übersetzte sie Literatur aus dem Englischen, Russischen, Deutschen sowie Jiddischen ins Französische.
1938 sprach sie auf einem internationalen Friedenskongress in Marseille über die Probleme jüdischer Flüchtlinge. 1940 floh sie aus Paris in die unbesetzte Zone und 1942 weiter in die Schweiz. 1944 kehrte sie ins befreite Paris zurück, wo sie in der Fremdsprache Deutsch ihre Gedichte An die Deutschen schrieb und unter dem Pseudonym Julia Renner veröffentlichte. Nach der Staatsgründung Israels reiste sie in die Wüste Negev und berichtete als erste europäische Journalistin über die dortigen Kämpfe mit der ägyptischen Armee. 1950 starb sie in Vevey.
Eintritt: 8 €, ermäßigt 5 €
Die Veranstaltung wird unterstützt von der Gesellschaft der Freunde des Museums Haus Cajeth e.V. und Hassbecker’s Galerie & Buchhandlung.
Informationen zum Buch
Autorin: Juliette Pary
Titel: An die Deutschen. Gedichte.
Herausgegeben und mit einem
Nachwort von Andreas F. Kelletat.
Verlag: Persona Verlag Mannheim
Verlagsseite zum Buch
Erschienen: 13. September 2025
ISBN: 978-3924652470
96 Seiten, Hardcover: 18 €

Verlagstext
„Der Gedichtband „An die Deutschen“ erschien 1946 in Paris, verfasst in deutscher Sprache von einer Dichterin, die keine Deutsche war. Doch diese großartigen Gedichte haben ihre Adressaten nie erreicht, sie fanden keinerlei Echo – keine Lyrikanthologie kennt sie, nicht einmal in Sammlungen zur Holocaust-Literatur kommen sie vor. Die Gedichte sind die Abrechnung einer selbstbewusst kämpferischen Jüdin mit den Verbrechen der deutschen „Mörder-Horden“. Juliette Pary scheut keine Drastik, um ihre Verzweiflung und Wut und den Wunsch nach Rache in kühne Wortballungen zu zwingen. Zugleich hält sie fest an ihrer Liebe zur deutschen Sprache und Literatur. Der Blick weitet sich ins Universalgeschichtliche, sie spricht über die Auswirkungen des Patriarchats und der sozialen Ungleichheit und die Hoffnung auf Freiheit in einer Weltenrepublik. Sie ruft ihre Lieblingsdichter an – Heine, Puschkin, Whitman, Goethe – und kämpft mit nächtlichen Dämonen. Sie gedenkt der in Vernichtungslagern und im Widerstand Ermordeten und setzt ihnen ein Denkmal. Es sind erschütternde, aufrüttelnde und zugleich schmerzhaft wehmütige Gedichte, die nun erstmals in Deutschland vorliegen.“
