Hassbeckers Maler aus dem Osten Europas

Auf der Suche nach Arsén Pohribný

Egon Hassbecker & seine Maler aus dem Osten Europas

Ausstellung vom 15. Juli – 5. November 2016

verlängert bis 12.11.2016

Egon Hassbeckers Erinnerungen „Haspelgasse 12 in Heidelberg“ sind soeben im Morio Verlag erschienen. Sie eröffnen neue Wege in Geschichte und Gegenwart der Außenseiterkunst in Heidelberg.

Seit seiner Zeit in Magnitogorsk galt Hassbeckers Sehnsucht dem Osten Europas. Unsere Ausstellung illustriert das Kapitel, in dem der Sammler erzählt, wie er auf kafkaesker Suche nach Arsén Pohribný tagelang durch Prag irrte. Mit Hilfe des Kunsthistorikers wollte er die Maler aufspüren, deren Werke er in dessen Buch „Die naive Kunst in der Tschechoslowakei“ bestaunt hatte.

„Naive Bilder sind eine Mitteilung von Herz zu Herz, darum helfen uns die Naiven uns selbst zu finden“ hatte Hassbecker beglückt in dem Bildband gelesen, einem Fund auf der Frankfurter Buchmesse im Jahre 1967.

Zwei Jahre zuvor hatte er seine (Hinter-)Hofbuchhandlung in Eberbach eröffnet. In den Sommerferien blieb sie geschlossen, denn wir fuhren gen Osten, um Bilder zu kaufen. Egon Hassbecker liebte die sanfte Hügellandschaft Mährens, und auf langen Wanderungen durchstreiften wir die lauschigen Wälder. Auf den Wiesen vor Bystřice durften wir im Holzhaus von Natálie Schmidtová schlafen, der russischen Malerin, der Pohribný 2006 eine eigene Monographie gewidmet hat. Ihre Bilder und die ihrer Tochter Milada, die als schizophren bezeichnet wurde, stehen im Mittelpunkt unserer Bilderreise.

Die Ausstellung verbindet Hassbeckers Schilderungen der Suche nach Bildern mit den Bildern selbst. Wer sie betrachtet und die Erinnerungen liest, begibt sich auf die gleichen Pfade, die einst der Sammler selbst gegangen ist. Mit ihm erlebt er das Glück, einen unbekannten Schatz zu heben.
(Barbara Schulz)